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Spiel- und Therapievarianten: Farbspiel

Einstieg

Der Stab wird mit beiden Händen an den Endkugeln gehalten und der Spieler fährt mit der beweglichen Kugel über die Farbfelder hinweg – hin und her. Durch hüpfende vertikale oder wiegende horizontale Bewegungen des Farbspiels kann der Spieler Töne produzieren. Laute, leise, einen, mehrere – in einer derartigen Situation zeigt sich schon vieles. Mal bestimmt das Kind, mal der Anleiter.

Die Farben können bei langsamer Fahrt parallel zu der Bewegung benannt werden.

Verschiedene Ausgangspositionen mit breiter Basis, z.B. sicheres Sitzen, und schmaler Basis, z.B. Einbeinstand, ausprobieren.

Um einen Raum kennenzulernen kann sich der Spieler mit dem Stab balancierend durch den Raum bewegen und den Farben auf dem Stab jeweils Gegenstände zuordnen. Wenn die Fähigkeiten es zulassen, können Gegenstand und Farbe auch benannt werden.

Das Farbspiel kann auch, zur Kontaktaufnahme in einer Gruppe, im Stuhlkreis in die Runde gegeben werden und jeder stellt z.B. eine Farbe ein und sagt, warum er sie mag, oder überhaupt nicht mag.

Diagnostik

Im spielerischen Umgang können die Denkschemata und das Problemlöseverhalten des Spielenden erkannt und es kann sich somit professionell in die eigenen Regelkreise des Handelnden eingeklinkt werden.

Abstraktionsvermögen und Transferleistungen werden im Umgang mit dem Farbspiel in Beziehung zu der räumlichen Umgebung schnell sichtbar.

Entwicklungsschritte können auf spielerischem Wege nachgeholt und Grundfähigkeiten ausgebaut werden.

Wie greift der Spielende spontan die Endknöpfe des Stabes: Faustschluß, Dreipunkt-, Zweipunkt-, Pinzettengriff? Diese Inhalte können natürlich auch zum Therapiethema werden. Der Wechsel zwischen Pronation und Supination (Innendrehung-/Außendrehung des Armes) ergibt sich automatisch.

Werden Farbbezeichnungen spontan oder nach Aufforderung geäußert? Sind diese zutreffend?

Kinästhetik

Nur wenn sich der Spielende sicher im Raum ausrichtet, kann er auch das Farbspiel leicht bedienen.

Die Visumotorik, als wichtige Grundfähigkeit für die Orientierung in unserer heutigen Welt, bestimmt den Prozeß.

Hand und Augen kreuzen ständig die Mittellinie und fördern somit die Verbindung der beiden Hirnhemisphären. Das Farbspiel bietet eine gute Führung der feinmotorischen Bewegung der Schiebekugel auf dem Stab. Er bietet Sicherheit für neue Erkundungen – auch intellektueller Art. Die Orientierung im Raum und die räumliche Beziehung des Körpers zur Umwelt werden geschult.

Intellekt

Farben können spielerisch erlebt und gelernt werden.

Für logopädische Behandlungen bestens geeignet, da es viele Anknüpfungspunkte gibt. Der Spieler stoppt z.B. auf der Farbe blau: Was ist im Raum blau? Ist an deinem Körper etwas blau? Kennst du ein blaues Tier oder eine blaue Frucht? Was ist in der Natur blau?

Es kann mit Wort- und Bildkarten gearbeitet werden, die man zuordnet. Ausdauer- und Konzentrationszeiten verlängern sich dadurch, daß die Spielenden etwas in der Hand halten, das ihnen haptische Anreize bietet.

Wenn man mit der Kugel ein Farbfeld abdeckt und die Mitspieler erraten, welche Farbe fehlt, so wird das Gedächtnis geschult.

Das Sozialverhalten und die Kommunikationsfähigkeit werden gefördert, da viele Erfahrungsfelder, wie oben beschrieben, sehr gut in der Gruppe erarbeitet werden können.

Dieses Spielmittel entwickelte 1993 der indische Designer Sudarshan Khanna im 2. Internationalen Kreativitätsworkshop zur Entwicklung therapeutischer Spielmittel in den DiakonieWerkstätten in Potsdam, der von unserem Verein ausgerichtet wurde. In drei weiteren Seminaren (Innovative Angebote) im Jahr 2000 entstanden in Zusammenarbeit von behinderten Menschen, Therapeuten und Designern noch 6 weitere Stabilitäten

 
               

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